In Kürze: Worum es uns geht
Unser Ziel ist, dass der Altstadtkern von Sulzbach-Rosenberg in unserer Wärmeplanung genauer unter die Lupe genommen wird.
Die Stadt hat schon 2023 mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen – Industrie- und Wohngebiete wurden bereits intensiv analysiert. Die Altstadt hingegen wurde bisher nur grob bewertet. Dabei ist sie besonders herausfordernd: enge Straßen, historische Gebäude, sanierungsbedürftige Häuser, unterirdische Leitungen – und archäologische Risiken.
Gleichzeitig spricht vieles dafür, die Altstadt genauer zu prüfen: hoher Wärmebedarf, viele potenzielle Kunden und Interesse an moderner, nachhaltiger Versorgung. Auch die Leitung des Danpower BHKW unterstützt eine vertiefende Untersuchung. Sie soll klären, welche technischen Möglichkeiten es gibt, welche Trassen sinnvoll sind, wie Denkmalschutz, Baugrund und Verkehr berücksichtigt werden können.
Kurz gesagt: Wir brauchen eine fundierte Analyse, um den Menschen und Betrieben in der Altstadt echte, zukunftsfähige Optionen für Wärmeversorgung aufzeigen zu können. Wir möchten, dass die Verwaltung beauftragt wird, eine vertiefende Feinuntersuchung als Nachtrag zum Abschlussbericht der Zeitgeist Engineering GmbH zu vergeben.
Was wir beantragen
Bisherige Untersuchungen zur Kommunalen Wärmeplanung
Die Stadt Sulzbach-Rosenberg hat bereits Ende 2023 frühzeitig mit der Kommunalen Wärmeplanung begonnen; die Ergebnisse liegen seit September 2024 vor. Bislang wurden zwei Fokusgebiete – das Industriegebiet Eisenhämmerstraße sowie das Wohngebiet Loderhof – vertieft betrachtet.
Der Altstadtkern ist im Abschlussbericht hingegen als „Wärmenetzeignungsgebiet“ ausgewiesen, ohne dass eine vertiefte Detailanalyse erfolgt ist.
Herausforderungen und Potenzial in der Altstadt
Gerade die Altstadt weist jedoch besondere strukturelle und denkmalpflegerische Herausforderungen auf: sehr dichte Bebauung, teilweise sanierungsbedürftige und energetisch ungünstige Gebäudesubstanz, enge Straßenräume, konkurrierende Sparten im Untergrund sowie sensible historische Bausubstanz mit möglichem archäologischem Risiko. Gleichzeitig sprechen Kriterien wie hohe Wärmeliniendichte, relevanter Wärmebedarf, potenzielle Ankerkunden sowie ein grundsätzlich vorhandenes Interesse an zukunftsfähiger Versorgung für eine vertiefte Betrachtung.
Rückendeckung durch Danpower
Die Leitung des Danpower Biomasse-HKW unterstützt auf unsere kürzliche Nachfrage hin ausdrücklich die Durchführung einer ergänzenden Feinuntersuchung. Aus fachlicher Sicht sei insbesondere im historischen Stadtkern eine detaillierte Analyse der technischen Machbarkeit und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderlich. Die Untersuchung könne belastbare Aussagen zu Erschließungsvarianten, Potenzialen und Risiken liefern und Entscheidungsprozesse sowohl auf kommunaler Seite als auch beim Netzbetreiber fundiert vorbereiten.
Zudem hängt aus seiner Sicht die weitere Entwicklung maßgeblich von der perspektivischen Erschließung des Schlosses ab, die sich derzeit noch nicht in einer finalen Entscheidung befindet. Eine Feinuntersuchung könnte unterschiedliche Varianten – inklusive deren Auswirkungen auf eine mögliche Altstadtanbindung – systematisch bewerten.
Gegenstand der beantragten Feinuntersuchung
Die beantragte Feinanalyse soll insbesondere umfassen:
- Technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit
- Variantenvergleich möglicher Trassenführungen
- Berücksichtigung von Denkmalschutz, Baugrund und archäologischen Risiken
- Analyse von Verkehrs- und Anwohnerbelangen einschließlich Bauphasen-Konzept
- Digitale Erfassung und Auswertung vorhandener Leitungs- und Bestandspläne (GIS)
Eine solche Untersuchung ist eine notwendige Entscheidungsgrundlage, um den Bewohnerinnen, Bewohnern und Gewerbetreibenden des Altstadtkerns realistische und zukunftsfähige Optionen für eine nachhaltige Wärmeversorgung aufzuzeigen. Im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung wird der Altstadtkern von Sulzbach-Rosenberg als weiteres Fokusgebiet festgelegt.
- Antrag gestellt in der Stadtratssitzung vom 24.02.2026