Leer stehende Gebäude in der Sulzbach-Rosenberger Innenstadt sind viel mehr als ein nur kosmetisches Problem. Jede Schließung eines Gewerbes macht den Aufenthalt in der gesamten Innenstadt weniger attraktiv, jede nicht genutzte Wohneinheit Druck auf die Ausweisung von Neubaugebieten am Stadtrand. Sinkt die Attraktivität des Umfelds, steigt das Risiko weiterer Leerstände. Da sich die vorhandenen Leerstände größtenteils in Privatbesitz befinden, hat die Stadt selbst keine direkte Einflussnahme. Wie kann es uns dennoch gelingen, wieder dauerhaft mehr Leben in die Innenstadt zu bringen?
Kreative Lösungen
Zwischennutzungs-Konzepte
Der Ansatz „Zwischennutzungen“ meint die temporäre Nutzung leerstehender Räume, bis langfristig eine dauerhafte Vermietung möglich ist. Dadurch bleibt die Immobilie belebt, das Umfeld wirkt anziehender, die gesamte Innenstadt bleibt stärker frequentiert und attraktiv für Gewerbetreibende. Typische Beispiele für Zwischennutzungen sind Pop-up-Stores1, Co-Working-Spaces2, Kulturprojekte wie kleine Galerien oder Ateliers sowie temporäre gastronomische Angebote. Zwischennutzungen durchbrechen so den Teufelskreis des Leerstands und können als eigentliches Ziel neue, langfristige Mieter anziehen.
Mischnutzungen
Der Ansatz „Mischnutzungen“ beschreibt die gleichzeitige oder kombinierte Nutzung eines Gebäudes oder Quartiers für unterschiedliche Funktionen, etwa für Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit. Dadurch entstehen vielfältige Besucherströme zu unterschiedlichen Tageszeiten, was die Attraktivität einer Innenstadt steigert und langfristig dazu beitragen kann, weiteren Leerstand zu verringern. Beispiele sind Gebäude mit Wohnungen in den oberen Etagen und Gewerbe im Erdgeschoss, Kombinationen aus Handel, Büros und Gastronomie oder Mixed-Use-Quartiere mit Kultur-, Sport- und Sozialangeboten. Mischnutzungen schaffen lebendige, resiliente Innenstädte, die weniger anfällig für einseitige Ausfälle einzelner Branchen sind.
„Leerstand bespielen“
Unser Erfolgs-Modell
Unter dem Motto „Leerstand bespielen“ haben wir in den letzten Jahren zumindest jeweils für einen Abend Leben in bestehende Leerstände gebracht und unseren zahlreichen Gästen einzigartige Erlebnisse bereitet. Wir hoffen damit auch, die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf die jeweiligen Leerstände zu lenken und über kreative Nutzungsmöglichkeiten nachdenken zu lassen. Ein kleiner Rückblick …
Preisschafkopf im ehemaligen „Kornkistl“

Den Nachbericht zu diesem Abend findet ihr hier
Open Stage Night im ehemaligen Ringer-Wirtshaus

Paartanz-Abend im ehemaligen „Sport Heckmann“

- Pop-up-Stores sind zeitlich befristete Ladengeschäfte, die vorübergehend in leerstehenden Räumen eröffnen, um neue Produkte zu testen, Marken sichtbar zu machen oder saisonale Angebote zu präsentieren.
- Co-Working-Spaces sind gemeinsam genutzte Arbeitsräume, in denen Selbstständige, Start-ups oder Angestellte verschiedener Unternehmen flexibel Arbeitsplätze und Infrastruktur teilen und von Austausch sowie gemeinsamer Nutzung profitieren.